Rensch, Bernhard

Berhard Rensch (geb. am 21. Januar 1900 und gest. am 4. April 1990 in Thale/Harz) war Zoologe, Verhaltensforscher, Evolutionsbiologe, Neurophysiologe, Philosoph (Dücker, 2000; Wapedia, 2007; Wikipedia 2007) und Künstler, der eine Kunstsammlung betrieb und auch Maler war (Dücker, 2000)

Steckbrief:

Name: Rensch
Vorname: Bernhard
Geboren: 21. Januar 1900
Verstorben †: 4. April 1990
Nationalität: Deutscher

 

Beschreibung:

Er war Mitbegründer der synthetischen Evolutionstheorie, d.h. eine Erweiterung der Evolutionstheorie Darwins, die auch als Neodarwinismus bezeichnet wird. Hier fließen die Erkenntnisse der Vererbungslehre und Genetik (siehe G.Mendel!) und aus der Elektronenmikroskopie mit ein. Im Jahr 1925 wurde er Mitarbeiter des Museums für Naturkunde, Berlin und arbeitete dort bis 1933. Ein wichtiger Meilenstein seiner Karriere war eine Expedition zu den kleinen Sunda – Inseln, die ihm große Erkenntnisse der Biogeographie einbrachten und die er dann auch in einem Buch publizierte. Er erkannte auf der Forschungsfahrt in den Sunda – Archipel, dass Vögel, die den gleichen Vorfahren entstammten, sich nicht mehr miteinander vermischten, d.h. also neue Arten bildeten (Sontag, 2004). Wegen seiner unbeugsamen Haltung von den Nationalsozialisten aus dem Museum entlassen, fand er eine Anstellung im Zoo Münster. Rensch wurde 1937 Direktor des Landesmuseums für Naturkunde der Provinz Westfalen. Er habiltierte (d.h. er wurde Professor) sich für Zoologie an der Westfälischen Wilhelms – Universität in Münster. 1944 nahm er eine Professur für Zoologie an der Karls – Universität Prag an. Nach Kriegsende kehrte er 1945 nach Münster zurück und war dort Ordinarius für Zoologie und Direktor des Zoologischen Instituts der Universität. Er lehrte auf dem Gesamtgebiet der Zoologie.Dieses umfasste die Bereiche der Morphlogie und Systematik,der Tiergeographie und -ökologie sowie der Sinnes- und Nervenphysiologie. Das führte ihn letzlich auch zur tierpschologischen Forschung und zu philosophischen Betrachtungen, der Biophilosophie und Erkenntnistheorie (Homepage der Abteilung für Verhaltensbiologie der Universität Münster, 2007).

Rensch erhielt als einer von 18 Wissenschaftlern, „die Hervorragendes dazu beigetragen haben,die Darwinsche Idee weiterzuentwickeln und die Probleme ein wenig aufzuzhellen“ die Darwin – Plakette. Bernhard Rensch wurde 1968 emeritiert.

Einer seiner guten Bekannten war Konrad Lorenz. Ein Foto mit dem Nobelpreisträger findet sich im Buch (2000) von Dr. Gerti Dücker (früher Oberkustos, Zoologisches Institut der Universität Münster und Mitautorin von Grzimeks Tierleben).

Er starb im Alter von 90 Jahren (Wapedia, 2007; Wikipedia, 2007). Rensch publizierte zahllose Bücher und Zeitschriftenartikel über u.a. Niedere – und Weichtiere, Vögel und Tiergeographie. Darüber hinaus veröffentlichte er ebenso zahlreiche philosophische Werke. Sie sind z. Teil bei Wapedia und Wikipedia (2007) aufgelistet. . Nur einige können hier genannt werden. Unter anderem war Rensch Herausgeber und Mitautor der Enzyklopädie Grzimeks Tierleben (1970, 1979). Außerdem beschrieb er etwa 60 bis 70 Taxa neu.

Mit den renomierten Zoologen bzw. Ornithologen Erwin Stresemann und Ernst Mayer bildete er das berühmte „Berliner Kleeblatt“ (Sontag, 2004).

 

Einzelnachweise:

  • Dücker, Gerti (Hrsg.): 100 Jahre Berhard Rensch Biologe – Philosoph – Künstler LIT Verlag Münster –Hamburg – London 2000
  • Homepage der Abteilung für Verhaltensbiologie, Uni Münster: Berhard Rensch (2007)
  • Rensch, Bernhard: Über dieUrsachen von Riesen- und Zwerwuchs beim Haushuhn Z. induk. Abstamm. u. Vererbungsl. 31, 268 – 286 (1923)
  • Rensch, Bernhard: Das Problem des Brutparsitismus bei Vögeln Sitzungsbericht Ges. Naturforsch. Freunde Berlin, 55 – 59 (1925)
  • Rensch, Bernhard: Der Einfluß des Klimas auf Färbung und Größe der Tiere Med. Welt 27, 1 –6 (1930)
  • Rensch, Bernhard: Ist Gallus varius einer der Ahnen des Haushuhns? Arch. Geflügelkd. 6 (10), 316 – 317 (1932)
  • Rensch, Bernhard und Ilse Rensch (Renschs Ehefrau): Systematische und tiergeographische Studien über die Landschnecken der Salomonen auf Grund der Sammlung von Dr. E. Paravicini und Dr. H. Hedinger Rev. Suisse Zool. 42 (4), 51 – 86 (1936) und Rev. Suisse Zool. 43, (32), 653 – 695 (1936)
  • Rensch, Bernhard (Hrsg. und Autor,Zoologisches Institut, Universität Münster): Einführung in den Bau und die Lebensleistung der Tierwelt In: Grzimeks Tierleben, Niedere Tiere, 1, 25 – 56 1970 Kindler AG, Zürich und Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München 1979
  • Sontag, Walter: Vogelkundler als Jungbrunnen Erstaunlich viele Ornithologen erreichen ein hohes Lebensalter Wiener Zeitung (2004)
  • Wikipedia: Bernhard Rensch (2007)