Allgemeine Beschreibung:
Das Walross
(Odobenus rosmarus) zählt innerhalb der Ordnung der Beutegreifer (Carnivora) zur Familie der Walrosse (Odobenidae).
Ein Walross-Männchen kann eine Gesamtlänge von 310 bis 375 Zentimeter erreichen. Der plumpe und massige Körper wiegt dabei zwischen 1.000 und 1.500 Kilogramm. Weibchen erreichen bei einer durchschnittlichen Körperlänge von drei Metern ein Gewicht von rund 800 Kilogramm.
• Gebiß:
Das Walroß besitzt: |
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Das Gebiß ist an die muschelessende Lebensweise angepaßt. Die Vorderbacken- und Backenzähne sind zu stummelförmigen Gebilden und die oberen Eckzähne zu wurzellosen Hauern umgestaltet. Walrosse weisen eine so verschiedene Bezahnung auf, dass hier nicht von einer Regelmäßigkeit gesprochen werden kann. Dabei weisen nur junge Walrosse ein, mehr oder weniger, vollständiges Gebiß auf. Während die Hauern, die aus den verlängerten Eckzähnen des Oberkiefers entstehen, stark hervor treten und dabei die ganze übrige Bezahnung überragen, sind die Schneidezähne die ersten, die ausfallen. Die Eckzähne sind jedoch erst nach etwa vier bis fünf Monaten äußerlich zu sehen. Diese Hauer sind wurzellos und wachsen während eines gesamten Walroßlebens. Grösster Unterschied zwischen den beiden Geschlechtern ist, was die Zähne betrifft, der Umfang am Ansatz der Hauer. Die der Bullen weisen dabei einen Umfang von bis zu zwanzig, bei Kühen bis zu dreizehn Zentimeter auf. Die Länge der Hauer kann bei beiden Geschlechtern bis zu 75 Zentimeter betragen, werden durchschnittlich jedoch zwischen fünfundvierzig und fünfzig Zentimeter lang. Die Nasenlöcher befinden sich, je nach Unterart, auf der Kopfoberseite oder an der Kopfvorderseite.
Das Walroß hat, wie die Ohrenrobben auch, beweglichere und längere Vordergliedmaßen als die Hundsrobben und kann die hinteren Flossenfüße nach vorn kehren. Das Walroß zählt zu den größten Wasserraubtieren (Pinnipedia) neben den beiden Seeelefanten-Arten. Im Vergleich zum massigen Körper hat das Walroß einen kleinen Kopf. Je nach der Körperhaltung ist der Hals mehr oder weniger wahrzunehmen. Bereits von Geburt an sind die bezeichnenden Falten am ganzen Körper ersichtlich, besonders an den Hautstellen der Körperbiegungen und an der Unterseite des Halses. Die Haut kann bei ausgewachsenen Bullen bis zu zweieinhalb Zentimeter dick sein, die an Brust und Hals am dicksten ist. Die Haut wurde beispielsweise im Mittelalter zur Herstellung von Riemen verwendet.
Neugeborene Walrosse weisen ein weiches, dichtes Haarkleid auf, das sich, bis auf die Innenflächen der Gliedmaßen, über den ganzen Körper verteilt ist. Dieser Haarwuchs wird, je älter das Tier wird, spärlicher und verschwindet schließlich fast ganz, so dass ältere Walrosse nur noch Spuren einer Behaarung aufweisen. Das Haar trägt eine dunkelrotbraune bis gelbbraune Farbe, Jungtiere sind dabei dunkler als die älteren Walrosse. Auffällig sind die Bartborsten, was kennzeichnend ist für die Walrosse. Dieser Bart bedeckt die gesamte Oberlippe, ist jedoch durch das Suchen nach Nahrung auf dem Meeresboden so sehr abgenutzt, dass dieser in manchen Fällen kaum zu erkennen ist. Wie lang diese Barthaare werden können, zeigen Tiere, die in Zoos gehalten werden. Jedoch gibt es im deutschsprachigen Raum keine Walrosse in Gefangenschaft. Die Bartborsten von Tieren in Gefangenschaft erreichen zwischen acht und zehn Zentimeter (
Alwin Pedersen, 1969).