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Walross
Datum: Dienstag, 07 Februar 2012 10:31
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Allgemeine Beschreibung:

Das Walross (Odobenus rosmarus) zählt innerhalb der Ordnung der Beutegreifer (Carnivora) zur Familie der Walrosse (Odobenidae).

Ein Walross-Männchen kann eine Gesamtlänge von 310 bis 375 Zentimeter erreichen. Der plumpe und massige Körper wiegt dabei zwischen 1.000 und 1.500 Kilogramm. Weibchen erreichen bei einer durchschnittlichen Körperlänge von drei Metern ein Gewicht von rund 800 Kilogramm.
• Gebiß:

Das Walroß besitzt:










Das Gebiß ist an die muschelessende Lebensweise angepaßt. Die Vorderbacken- und Backenzähne sind zu stummelförmigen Gebilden und die oberen Eckzähne zu wurzellosen Hauern umgestaltet. Walrosse weisen eine so verschiedene Bezahnung auf, dass hier nicht von einer Regelmäßigkeit gesprochen werden kann. Dabei weisen nur junge Walrosse ein, mehr oder weniger, vollständiges Gebiß auf. Während die Hauern, die aus den verlängerten Eckzähnen des Oberkiefers entstehen, stark hervor treten und dabei die ganze übrige Bezahnung überragen, sind die Schneidezähne die ersten, die ausfallen. Die Eckzähne sind jedoch erst nach etwa vier bis fünf Monaten äußerlich zu sehen. Diese Hauer sind wurzellos und wachsen während eines gesamten Walroßlebens. Grösster Unterschied zwischen den beiden Geschlechtern ist, was die Zähne betrifft, der Umfang am Ansatz der Hauer. Die der Bullen weisen dabei einen Umfang von bis zu zwanzig, bei Kühen bis zu dreizehn Zentimeter auf. Die Länge der Hauer kann bei beiden Geschlechtern bis zu 75 Zentimeter betragen, werden durchschnittlich jedoch zwischen fünfundvierzig und fünfzig Zentimeter lang. Die Nasenlöcher befinden sich, je nach Unterart, auf der Kopfoberseite oder an der Kopfvorderseite.

Das Walroß hat, wie die Ohrenrobben auch, beweglichere und längere Vordergliedmaßen als die Hundsrobben und kann die hinteren Flossenfüße nach vorn kehren. Das Walroß zählt zu den größten Wasserraubtieren (Pinnipedia) neben den beiden Seeelefanten-Arten. Im Vergleich zum massigen Körper hat das Walroß einen kleinen Kopf. Je nach der Körperhaltung ist der Hals mehr oder weniger wahrzunehmen. Bereits von Geburt an sind die bezeichnenden Falten am ganzen Körper ersichtlich, besonders an den Hautstellen der Körperbiegungen und an der Unterseite des Halses. Die Haut kann bei ausgewachsenen Bullen bis zu zweieinhalb Zentimeter dick sein, die an Brust und Hals am dicksten ist. Die Haut wurde beispielsweise im Mittelalter zur Herstellung von Riemen verwendet.

Neugeborene Walrosse weisen ein weiches, dichtes Haarkleid auf, das sich, bis auf die Innenflächen der Gliedmaßen, über den ganzen Körper verteilt ist. Dieser Haarwuchs wird, je älter das Tier wird, spärlicher und verschwindet schließlich fast ganz, so dass ältere Walrosse nur noch Spuren einer Behaarung aufweisen. Das Haar trägt eine dunkelrotbraune bis gelbbraune Farbe, Jungtiere sind dabei dunkler als die älteren Walrosse. Auffällig sind die Bartborsten, was kennzeichnend ist für die Walrosse. Dieser Bart bedeckt die gesamte Oberlippe, ist jedoch durch das Suchen nach Nahrung auf dem Meeresboden so sehr abgenutzt, dass dieser in manchen Fällen kaum zu erkennen ist. Wie lang diese Barthaare werden können, zeigen Tiere, die in Zoos gehalten werden. Jedoch gibt es im deutschsprachigen Raum keine Walrosse in Gefangenschaft. Die Bartborsten von Tieren in Gefangenschaft erreichen zwischen acht und zehn Zentimeter (Alwin Pedersen, 1969).

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Verbreitungsgebiet / Lebensraum

Verbreitungsgebiet / Lebensraum:

• Verbreitungsgebiet:
Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Atlantik bis in den Pazifik. Die drei existierenden Unterarten unterscheiden sich hauptsächlich durch ihr Verbreitungsgebiet. Jede dieser Unterart gilt heute als stark bedroht:

• Lebensräume:

  • Das Atlantische- oder Polarmeer-Walroß (Odobenus rosmarus rosmarus) unterteilt sich in zwei Stämme. Der westliche Stamm lebt in den Küstenregionen des Baffin-Meeren sowie des Smith-Dundes, die sich zwischen Grönland und Nordamerika befinden. Die Grenze liegt dabei beim Polarstrom, der längs der Ostküste von Grönland verläuft. Der Gesamtbestand der westlicheren Populationen wird auf zwanzig- bis vierzigtausend Walrosse geschätzt. Der nördliche Stamm lebt heute von Novaja Semlja bis zur Inselgruppe des Franz-Joseph-Landes. Die Östliche Grenze dieser Populationen liegt an der Westküste von Sewernaja Semlja. Der Bestand wird laut Sergejewitsch Uspenski auf weniger als 2.000 Tiere geschätzt.
  • Das Laptewsee-Walroß (Odobenus rosmarus laptevi) lebt Östlich der Taimyr-Halbinsel in der Laptewsee.
  • Das Pazifische-Walroß (Odobenus rosmarus divergens) lebt östlich und südöstlich der Insel St. Paul (Pribylow-Inseln) und in der Bristolbucht (Westalaska). Letztere Bucht wird sowohl im Winter wie auch im Sommer von den Walrossen aufgesucht. Einige wenige Individuen ziehen bis an die Küste der Kodiakinsel (Alaska). Weitere Lebensräume liegen in der Tschuktschen-See nördlich von Nordostsibirien wie auch in den Eismeergebieten nordwestlich des nordamerikanischen Nordens. Der Bestand wird auf etwa 40.000 Tiere geschätzt. Dennoch wird die Art des Walrosses von der IUCN als low risk (gering gefährdet) eingestuft (Stand Juli' 07).

Walrosse leben in Familiengruppen, die aus einem Bullen, bis zu drei Kühen und mehreren Jungtieren im Alter von bis zu fünf Jahren besteht. Mehrere dieser Familiengruppen bilden eine große Herde. Dazu gibt es auch die reinen Bullenherden. Diese verbringen die meiste Zeit auf dem Treibeis (Alwin Pedersen, 1969).

Unterarten:

Trivalname
Wissenschaftler Name
Verbreitungsgebiet Erstbeschreiber
Atlantische- oder Polarmeer-Walroß Odobenus rosmarus rosmarus Grönland bis Amerika LINNAEUS, 1758
Laptewsee-Walroß Odobenus rosmarus laptevi Laptewsee CHAPSKII, 1940
Pazifische-Walroß Odobenus rosmarus divergens Westalaska ILLIGER, 1815


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Nahrung

Nahrung / Feinde:

• Nahrung:
Walrosse sind in der Lage, bis zu 30 Minuten unter Wasser zu bleiben. Ihre Hauptnahrung besteht aus Muscheln, jedoch fangen sie gelegentlich auch verschiedene Fischarten. Weitere Nahrung besteht aus: Schnecken, Garnelen, Krabben, Tintenfischen, Seegurken und Manteltieren. Beutetiere, die sich meistens unter dem Meeresboden befnden, werden durch das Aufwühlen des Bodens mit Hilfe der Floßen oder der Schnauze, erspäht. Öfters sieht man Walrosse, die Algenwuchs von den Klippen mit ihren Hauern abschaben. In einigen Fällen kam es sogar zu Kannibalismus. Man fand in Mägen von Bullen Reste von neugeborenen Walroßkinder.
• Feinde:
Das Walroß hat unter den Tieren keinen Feind zu fürchten. Nur in äusserst günstigen Umständen kommt es vor, dass der Eisbär (Ursus maritimus) ein Jungtier oder ein zurückbleibendes, alleingelassenes Walroß erbeuten kann. Ansonsten muss der Eisbär eher die Walrosse fürchten. Es sind mehrere Fälle bekannt , dass ein Walroß im Meer einen Eisbären getötet hat. Einziger Feind stellt der Mensch dar (Alwin Pedersen, 1969).

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Fortpflanzung

Fortpflanzung:

Die Paarung der Walrosse beginnt im Januar und dauert bis Anfang März. Bis heute wurden noch keine Paarungen an Land beobachtet, so dass angenommen werden kann, dass diese stets im Wasser stattfinden. Die Eizelle bleibt nach der Befruchtung während vier bis fünf Monaten dormant (das Ei entwickelt sich während dieser Zeit nicht weiter). Die eigentliche Tragzeit beträgt rund elf Monate.

Rechnet man die Ruhezeit der Eizelle dazu, fallen die Geburten in den Monat Mai des folgenden Jahres. Eine Kuh bringt alle zwei Jahre ein Kalb zur Welt. Dieses wiegt bei der Geburt bereits über 50 Kilogramm und misst knapp einen Meter.

Das Jungtier wird während rund einem halben Jahr mit Muttermilch ernährt. Anschließend kommen auch feste Nahrungsbestandteile hinzu. Die Entwöhnung findet jedoch erst nach gut zwei Jahren statt. Nach drei bis vier Jahren verlassen die Jungtiere die Mutter. Die Geschlechtsreife erreichen die Weibchen mit vier bis zehn, Männchen mit neun bis zehn Jahren. Die erste Paarung eines Männchens erfolgt jedoch mit etwa vierzehn Jahren, da sie erst mit diesem Alter in der Lage sind, sich mit Artgenossen im Konkurrenzkampf zu messen (Alwin Pedersen, 1969).

Gefährdung:

Die IUCN verfügt über zu wenig Daten (Data Deficient), um das Walross in die Rote Liste aufzunehmen.

• Grafische Darstellung der Einstufung durch die IUCN:
Ausgestorben   Gefährdet   Nicht gefährdet  
                     
EX EW   CR EN VU   NT LC   Kein Status
                     

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Systematik

Systematik

Stamm: Chordatiere (Chordata)
Unterstamm: Wirbeltiere (Verbebrata)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Futheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Unterordnung: Hundeartige (Cynoidea)
Familie: Walrosse (Odobenidae)
Unterfamilie: ---
Gattung: Odobenus
Art: Walross (Odobenus rosmarus)
   
Erstbeschreiber: LINNAEUS, 1758


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Literatur

Bücherempfehlungen:


Links / Literatur:

• Links:
IUCN Walross (Odobenus rosmarus)

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Galerie


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Steckbrief
Datum: Dienstag, 07 Februar 2012 10:31
Länge:
375 Zentimeter
Gewicht:
1.500 Kilogramm
Gefieder:
Spannweite:
Ernährung:
Muscheln, Fische
Jungtiere:
ein Jungtier
Zugverhalten:
Fortpflanzung:
Gelege:
Tragezeit:
11 Monate
Brutzeit:
Verbreitungsgebiet:
Atlantik und Pazifik
Alter:
40 Jahre
IUCN:
Gering gefährdet

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Informationen
Fotograf:
Marcel Burkhard
Fotograf Homepage:
www.foto-galaxy.ch
Aufnahmeort:
Naturhistorisches Museum Bern
Zoo Link:
www.nmbe.ch
Autor:
Marcel Burkhard
Homepage:
http://www.foto-galaxy.ch
Email:
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Zusätzliche Hinweise:

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